Publications 99-04
Publications 93-98
Press Radio
TV
Lectures
Conferences
Research
Group
Images
|
|
Origin of biomolecular
Asymmetry
Press
Der Standard, Wien 28.3.2002
Bausteine des
Lebens aus dem All
Experiment
simuliert interstellare Wolken und findet Aminosäuren
von Jürgen
Langenbach
Bremen/Wien -
"Wir haben im Labor zeigen können,
dass Bausteine
des irdischen Lebens unter Bedingungen
entstehen, wie
sie im Weltall herrschen", berichtet
Physiker Uwe Meierhenrich
(Uni Bremen) dem STANDARD:
Er hat "interstellare
Wolken chemisch so gut wie
möglich simuliert"
und bei minus 262 Grad Celsius mit
UV-Strahlen beschossen,
ganz ähnlich, wie es im All
zugeht (Nature,
Vol. 416, S. 403). Ergebnis waren 18
Aminosäuren,
die Bausteine unserer Proteine.
Damit erhält
eine alte Hypothese Auftrieb, die der
"Panspermie", derzufolge
die Erde aus dem All mit
"Lebenskeimen"
besät wurde. Sie stieß zunächst auf
Spott und geriet
in Vergessenheit, als Stanley Miller
1953 in einem berühmt
gewordenen Experiment Indizien
dafür fand,
dass die Bausteine des Lebens auf der Erde
selbst entstanden:
Miller stellte die frühe Atmosphäre
("Ursuppe") nach
und brachte mit simulierten Blitzen
Energie hinein.
Heraus kamen unter anderem
Aminosäuren.
"Aber die passen
nicht zum Leben", erklärt
Meierhenrich: Aminosäuren
kommen in zwei Formen vor,
die chemisch identisch
sind, aber von der Struktur her
spiegelbildlich
("Chiralität"). Werden sie chemisch
synthetisiert,
treten beide Formen etwa gleich häufig
auf. Aber Leben
kann nur eine reine Form verwenden:
"Leben braucht
monochirale Aminosäuren", erklärt
Meierhenrich, "aber
bei Miller entstanden beide Formen."
Die kamen allerdings
auch bei Meierhenrichs Experiment
heraus, das in
einem Punkt die Bedingungen im All nicht
simulierte: Dort
herrscht mancherorts eine besondere
Form der Strahlung;
die sorgt vermutlich dafür, dass
Monochiralität
entsteht. Der nächste irdische Test soll
das im Juli nachholen,
und dann steht der große
außerirdische
Test auf dem Programm: 2003 startet die
Raumsonde Rosetta
zu einem Meteor, auf dem sie 2012
niedergehen und
mit Meierhenrichs Analyse-Instrument
nachsehen soll.
Last updated April 2002
|