Origin of biomolecular
Asymmetry
Press
Frankfurter Rundschau 28.3.2002
Das Leben kam
wohl aus dem All
Forscher: Kometen
brachten die nötigen Aminosäuren mit
Von Eckhard Stengel
BREMEN, 27. März.
Das Leben auf der Erde könnte aus dem Weltall
stammen und durch
Kometeneinschläge auf den Globus gebracht worden
sein. Den Schluss
ziehen internationale Forscher aus einem Laborversuch,
dessen Ergebnis
am heutigen Donnerstag in der Wissenschaftszeitschrift
nature veröffentlicht
werden soll.
Wie die Bremer
Universität mitteilte, haben Forscher aus Orleans, Leiden,
Katlenburg-Lindau
und Bremen die Entstehungsbedingungen von Kometen
rekonstruiert und
dabei "völlig überraschend die Anwesenheit von
Aminosäuren
nachgewiesen", die als Grundbausteine allen Lebens auf der
Erde gelten. Da
im Laufe der Erdgeschichte zahlreiche Kometen auf dem
Globus eingeschlagen
sind, vermuten die Wissenschaftler, dass dadurch das
Leben auf die Erde
gebracht wurde.
Kometen sind die
ältesten Reste einer gigantischen Staubwolke, aus der
unser Sonnensystem
entstand. Nach Angaben der Universität stellten die
Forscher im Labor
die chemischen Vorgänge bei der Entstehung der Kometen
nach. In einer
Vakuum-Apparatur führten sie einem abgekühlten
Aluminiumblock
diejenigen chemischen Verbindungen zu, die in interstellaren
Staubwolken vorkommen:
Wasser, Kohlendioxid, Kohlenmonoxid, Ammoniak
und Methanol. Eine
UV-Quelle imitierte das Sonnenlicht. Bei dem Versuch
gefroren die Verbindungen
zu dünnen Eisschichten. Nach dem Auftauen
fanden die Forscher
in dem Eis überraschend auch 16 verschiedene
Aminosäuren,
von denen einige zum Stoffwechsel des Menschen gehören.
Der Zusammenhang
zwischen den chemischen Prozessen im Weltraum und
dem Entstehen irdischen
Lebens liege damit auf der Hand, folgert die
Universität.
Die Europäische
Raumfahrtagentur ESA will 2003 eine Raumsonde zum
Kometen Wirtanen
schicken, die den interstellaren Staub analysiert.
Last updated April 2002
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